Stand: Juli 2026

Zusammenfassung: Spamhaus betreibt die weltweit einflussreichsten DNS-Blocklisten für E-Mail-Server. Während die SBL aktive Spam-Quellen blockiert, listet die PBL Einwahl- und Endkunden-IPs ohne direkte Sendeberechtigung. Eine Austragung (Delisting) bei Spamhaus ist stets kostenlos; bezahlte Entsperr-Angebote von Drittanbietern sind Betrug.

Wer in den Server-Logs oder in einer Unzustellbarkeitsmeldung den Hinweis auf eine Sperrung durch Spamhaus (zen.spamhaus.org, sbl.spamhaus.org oder pbl.spamhaus.org) entdeckt, sieht sich mit gravierenden Zustellungsproblemen konfrontiert. Spamhaus ist der Branchenstandard unter den DNS-basierten Blocklisten (DNSBLs): Wird deine IP-Adresse hier geführt, lehnen nahezu alle großen E-Mail-Provider weltweit eingehende Verbindungen sofort ab.


Was ist Spamhaus und welche Listen gibt es?

Das Spamhaus Project betreibt verschiedene Echtzeit-Datenbanken, um den Datenverkehr im Internet vor unerwünschter Werbung und Phishing zu schützen. Die zwei wichtigsten Teillisten für E-Mail-Administratoren sind die SBL und die PBL:

1. Spamhaus Block List (SBL)

In der offiziellen Dokumentation wird der Zweck der SBL wie folgt definiert: The Spamhaus Block List (SBL) is a realtime database of IP addresses of spam sources, including known spammers, spam gangs, spam operations and spam support services.

Ein Eintrag auf der SBL bedeutet, dass von deiner IP-Adresse (oder aus deinem direkten Subnetz) aktiv Spam versendet wurde, Spam-Fallen gerissen wurden oder bösartige Skripte auf dem Server laufen.

2. Policy Blocklist (PBL)

Die PBL richtet sich hingegen nicht an aktive Spammer, sondern an IP-Adressräume, die laut Richtlinie der Internetzugangsanbieter (ISPs) keine E-Mails direkt an fremde Mailserver einliefern dürfen: The Policy Blocklist (PBL) lists IP space that should not be sending email directly to the Internet/direct-to-mx: often these are IP ranges assigned by ISPs to broadband or dial-up customers, but the PBL does include other types of IP space.

Wenn dein Server über einen normalen DSL-/Glasfaser-Einwahlanschluss oder eine dynamische Cloud-IP betrieben wird, stehst du standardmäßig auf der PBL, um direkten Spam-Versand durch infizierte Endgeräte zu verhindern.


Warum wurde deine IP gelistet?

  • Bei der SBL: Gehackte Web-Applikationen, veraltete WordPress-Plugins, kompromittierte E-Mail-Konten auf deinem Server oder der Versand an ungepflegte Verteilerlisten mit sogenannten Honeypots.
  • Bei der PBL: Der Versuch, E-Mails direkt (Direct-to-MX) aus einem Endkunden-IP-Bereich einzuliefern, anstatt den autorisierten Smarthost-/Relay-Server des Providers zu nutzen.

Prüfung und Austragung (Delisting)

Um zu prüfen, ob deine IP-Adresse oder Domain bei Spamhaus aufgeführt ist, nutze das kostenlose Lookup-Portal unter check.spamhaus.org. Geb dort die IP deines Mailservers ein, um den genauen Status abzufragen.

Wichtiger Hinweis zu den Kosten und zu Betrugsversuchen

Spamhaus warnt vor dubiosen Drittanbietern, die gegen Geld eine schnelle Löschung von der Blockliste versprechen. In den offiziellen Richtlinien stellt das Projekt klar: any charge or fee associated with removing any Spamhaus listing. Any offer from anyone to remove any Spamhaus listing for a fee is a scam. Spamhaus has no affiliation with anyone offering any ‘blocklist removal’ service, nor can any third party influence or expedite removals from any Spamhaus database.

Zudem gilt für jedes Delisting ausschließlich das interne Regelwerk von Spamhaus: The criteria for removal from the SBL is explained on the Spamhaus Blocklist page. Removals of Spamhaus listings are governed by our removals policy only.

So läuft die Austragung ab:

  1. SBL-Delisting: Behebe zuerst die Sicherheitslücke auf deinem Server. Rufe danach über check.spamhaus.org den detaillierten Eintrag auf und folge den Schritten zur kostenlosen Austragung. Nach erfolgreicher Prüfung durch das Spamhaus-Team wird die IP binnen weniger Stunden freigeschaltet.
  2. PBL-Delisting: Wenn du eine feste IP an einem Geschäftskundenanschluss betreibst und zu Unrecht auf der PBL stehst, kannst du dich über das Portal als rechtmäßiger Betreiber verifizieren und die IP freischalten. Für dynamische Anschlüsse gilt: Nutze zwingend Port 587 (Submission) über den Relay deines Providers.

Fazit: Solltest du dir Sorgen machen? (Honest Verdict)

JA — höchste Priorität! Im Gegensatz zu unbedeutenden oder fragwürdigen Blacklisten ist ein Eintrag bei Spamhaus (insbesondere auf der SBL) kritisch. Große Plattformen wie Google Workspace, Microsoft 365, Apple iCloud und weltweite ISPs nutzen Spamhaus direkt in ihren Firewalls. Solange eine SBL-Listung aktiv ist, kommt der E-Mail-Verkehr deiner Domain praktisch zum Erliegen. Behebe die Ursache daher sofort.


Konfiguration und Reputation testen

Um sicherzustellen, dass deine E-Mail-Server nach einem Delisting sauber konfiguriert sind und die Authentifizierungsstandards für SPF, DKIM und DMARC einhalten, solltest du deine Systeme mit dem kostenlosen MXAudit-Scanner überprüfen.